Freitag, 16. Januar 2015


Wüstendilemma und Panne Nummer 3

Eine am eigenen Leib erfahrene Erlebnisgeschichte =)

 

 

Am 30. Dezember 2014 beschlossen meine Eltern und ich das Jahr noch schön ausklingen zu lassen, indem wir  einen etwas mehr abenteuerlicheren Ausflug unternahmen. Unser Ziel hieß Francois Peron Nationalpark, das Ende der Shark Bay. Die Voraussetzungen, nämlich einen Vierradantrieb und abgelassener Reifendruck, erfüllten wir also konnte nichts mehr unsere Unternehmungslust  bremsen.
Die „Straße“ durch den Nationalpark war 60km lang, einspurig, zu vergleichen mit einer Wüstenpiste und führte uns durch absolut menschenfeindliche Gegenden wie ausgetrockneten Salzseen und karge Buschlandschaften. Während meiner Mam und mir bei der Hinfahrt das Herz schon ein paar mal in die Hosen gerutscht ist: „Um Gottes Wuin, der Sand is aber scho diaf!!!“ „Wuuuaah… do kummt jetz oana dageng!“, meisterte mein Pap das alles sehr gelassen!




Auf dem Hinweg kamen uns nur sehr wenige Autos entgegen aber auf dem Parkplatz des Cape Peron und dem Skipjack Point waren wir nicht ganz alleine. Dort sind wir dann ausgestiegen, sind bei sengender Hitze am Strand entlang, haben einen Bungara (ca.80 cm lange Echse) gesehen und vom Aussichtspunkte dann sogar noch einen Rochen und ein paar Haie gesehen. Letztere schwimmen übrigens ziemlich sehr nahe an der Küste… wohl eine Erklärung dafür, dass an diesen einzigartigen Stränden niemand im Wasser war. Außerdem sagt der Reiseführer wimmelt es in diesem Gebiet auch von Steinfischen. Kurz gesagt, es ist nicht empfehlenswert sich dort abzukühlen.
Da man bei uns zuhause eher selten die Möglichkeit hat mit halbem Reifendruck auf Sahara-ähnlichen  Sandstraßen zu fahren, nutzte ich die Gelegenheit und fuhr die ersten 3 km wieder  zurück Richtung Ausgang. Den Punkt,  an dem ich wieder wechseln wollte hatte ich mir vorher schon gemerkt, weil man ja nicht überall stehen bleiben konnte. Aber nach besagten 3 km reichte es mir auch schon wieder und der Pap musste wieder ran. Die Rückfahrt kam uns noch holpriger als die Hinfahrt vor aber Adrenalin lässt einem ja vielleicht auch so manches vergessen…?
Auf dem ersten ausgetrocknetem Salzsee, auf den man ca. 5km nach den ersten 10 km dahinfuhr um dann wieder in den Sand einzutauchen, stiegen wir aus um -sicherheitshalber- mal ums Auto zu schauen. Beim Aussteigen flog uns unsere Eintrittskarte für den Park davon. Mam und ich rannten dem Zettel im Zickzack über den Salzsee nach, bewiesen super Reaktionsfähigkeiten und flinke Beine. (Hätte uns jemand gesehen, hätte er bestimmt die Männer von der NASA gerufen wegen versuchter Kontaktaufnahme mit Außerirdischen) Als wir den Zettel gefangen hatten und zum Auto zurückgingen hörten wir den Pap schon Sachen wie :“ Scheiße! Wir ham a Problem!“ und „Des is jetz bläd!“ sagen. Eine Autorundtour zeigte uns das Wüstendilemma: ein zerfetzter Reifen!
„Ach, des war des vorher, wos so gschäbert hod!“
Und wie das immer so ist, natürlich genau in der Mittagshitze, heißt jenseits von 40°!!! Punkt 12 Uhr und der Reifen gibt den Geist auf.  Aber ob heiß oder nicht, es kühlt ja so und so nicht ab, wir wechseln jetzt schnell den Reifen. Mam und ich machten uns daran den Ersatzreifen abzumontieren, während der Pap den Wagenheber platzierte und das alte Rad abnahm.
Letzteres gestaltete sich allerdings etwas schwieriger… Grande Problema N° II! Der Wagenheber war zu klein. Wir brachten den alten Reifen zwar gerade so runter aber den neuen drauf zu setzen war undenkbar! Also gut, dann warten wir eben bis jemand kommt…
Wir warteten und warteten und warteten…
Schatten? Fällt aus wegen Wüste!
Im hinteren unseres Autos herrschte ebenfalls Chaos. Die Straßenbeschaffenheit war wohl auch für unser „Outback-Car“ nicht die Beste.
Nach gut einer Stunde kam dann endlich ein Auto. Die 2 Männer kamen gleich mit ihrem Wagenheber raus und halfen uns. Gleich im Anschluss kamen 2 weitere, die auch stehenblieben und uns ihren Wagenheber anboten. Erleichtert über die Wagenheberauswahl klappte dann auch das Montieren des Ersatzrades und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Die restlichen 50 km zogen sich beinahe ins Unendliche. Um ca. 15Uhr kamen wir, mittlerweile Adrenalinjunkies, an der Station an, an der man den Reifendruck ablassen und angeblich auch aufblasen konnte. Reifen aufblasen aber nur angeblich, als wir dort ankamen nämlich nicht. Also fuhren wir mit halben Reifendruck noch zurück in die Stadt (ca. 15 min) und dort zur ersten Tankstelle. Nachdem wir noch gleich einen neuen Reifen gekauft hatten, sind wir in unsere Campsite und haben als erstes hinten im Auto general saniert. Dabei flog mir dann auch noch ein Holzbrett auf den Kopf – sprich: es war genau der Tag um das Jahr ausklingen zu lassen!
 
Am 01. Januar 2015 fuhren wir dann nach Carnavon, ein Ort noch weiter nördlich. Am Abend schmiedeten wir unsere Pläne für die nächsten Tage. Voller Elan und Tatendrang ging es am 2. Januar vom Campingplatz Richtung Town Center als unser Auto nach ein bisschen Knattern beschloss stehen zu bleiben. Da war sie also Panne Nummer 3…
 Pap:“ Wos is jetz los?!“
Ich: „Der hod jetz voi grattert!“
Pap:“ Ja… und jetz is er aus!“
Das Auto war aus und gab nichts mehr von sich. Gott sei Dank waren wir noch in zivilisierter Gegend! Also liefen wir schnell zur nahegelegenen Tankstelle, riefen bei der Autovermietung an und warteten daraufhin auf den Abschleppwagen. Nach einer Stunde, zwischendrin halfen uns zwei junge, gutaussehende Cops ( ;-) ) das Auto von der Straße weg zu schieben, kam dann der Abschlepper, der uns zu einem nahegelegenen Campingplatz fuhr. Dort standen wir dann, aufgrund  Feiertage und Sonntage, bis zum 5. Januar, bis uns ein neues Auto gebracht wurde. Das Alte war schlecht gewartet worden, wodurch es zu einem verstopften Ölfilter kam… also uns traf keine Schuld!
Naja, nach dieser Zwangspause fuhren wir am Montag dann zur Kennedy Ranch und übernachteten an der Gascoyne Junction. Dort, im Landesinneren war es mit 47° im Schatten ganz schön warm. Aber die Landschaft war sehr beeindruckend. Am Abend hatten wir um uns herum überall richtige Wärmegewitter und einzigartige Stimmung!

Kennedy Range


Von dort aus fuhren wir dann zu den Blowholes im Nordosten von Carnavon und übernachteten  im Quobba Homestead, ein sehr origineller Campingplatz direkt am Meer. Wir hatten einen Strand vor der Tür mit Abermillionen Muscheln, Seeigeln, Seegurken, Austern und vieles mehr. Zum Baden war der Strand nichts aber zum Spazierengehen traumhaft!
Heute fuhren wir bis nach Exmouth und übernachten auf einem Campingplatz nahe des Ningaloo Reefs… mal schauen was uns hier erwartet!
Hoffentlich keine Panne Nummer 4!
 
Und bevor ich es vergesse wünsche ich Euch allen ein gutes, gesundes neues Jahr 2015!
Auf ein aufregendes, erlebnisreiches, glückliches und gesundes Jahr!
Ich hoffe Ihr habt alle schön gefeiert und habt sämtliche Feiertage gut überstanden=)
Und natürlich vielen Dank an Euch alle, dass ihr meine Erlebnisse so zahlreich verfolgt!
Eure Christina
 
 

PS: An Weihnachten wurden wir 3 zu einer australischen Familie eingeladen! Es war total genial… wenn auch komplett anders zu unserem Weihnachten, wars ein Erlebnis, sehr interessant und die Leute sehr freundlich=)

Sozusagen ein original Aussie-Christmas!

Am Sylvesterabend saßen wir mit einem Ehepaar aus London und mit einem aus Melbourne zusammen. Auch das war sehr lustig, interessant und eine Erfahrung wert=)

 

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