Wüstendilemma und
Panne Nummer 3
Eine am eigenen
Leib erfahrene Erlebnisgeschichte =)
Am 30. Dezember 2014 beschlossen meine Eltern und ich das
Jahr noch schön ausklingen zu lassen, indem wir
einen etwas mehr abenteuerlicheren Ausflug unternahmen. Unser Ziel hieß
Francois Peron Nationalpark, das Ende der Shark Bay. Die Voraussetzungen,
nämlich einen Vierradantrieb und abgelassener Reifendruck, erfüllten wir also
konnte nichts mehr unsere Unternehmungslust
bremsen.
Die „Straße“ durch den Nationalpark war 60km lang,
einspurig, zu vergleichen mit einer Wüstenpiste und führte uns durch absolut
menschenfeindliche Gegenden wie ausgetrockneten Salzseen und karge
Buschlandschaften. Während meiner Mam und mir bei der Hinfahrt das Herz schon
ein paar mal in die Hosen gerutscht ist: „Um Gottes Wuin, der Sand is aber scho
diaf!!!“ „Wuuuaah… do kummt jetz oana dageng!“, meisterte mein Pap das alles
sehr gelassen!
Auf dem Hinweg kamen uns nur sehr wenige Autos entgegen
aber auf dem Parkplatz des Cape Peron und dem Skipjack Point waren wir nicht
ganz alleine. Dort sind wir dann ausgestiegen, sind bei sengender Hitze am
Strand entlang, haben einen Bungara (ca.80 cm lange Echse) gesehen und vom
Aussichtspunkte dann sogar noch einen Rochen und ein paar Haie gesehen.
Letztere schwimmen übrigens ziemlich sehr nahe an der Küste… wohl eine
Erklärung dafür, dass an diesen einzigartigen Stränden niemand im Wasser war.
Außerdem sagt der Reiseführer wimmelt es in diesem Gebiet auch von
Steinfischen. Kurz gesagt, es ist nicht empfehlenswert sich dort abzukühlen.
Da man bei uns zuhause eher selten die Möglichkeit hat
mit halbem Reifendruck auf Sahara-ähnlichen
Sandstraßen zu fahren, nutzte ich die Gelegenheit und fuhr die ersten 3
km wieder zurück Richtung Ausgang. Den
Punkt, an dem ich wieder wechseln wollte
hatte ich mir vorher schon gemerkt, weil man ja nicht überall stehen bleiben konnte.
Aber nach besagten 3 km reichte es mir auch schon wieder und der Pap musste
wieder ran. Die Rückfahrt kam uns noch holpriger als die Hinfahrt vor aber Adrenalin
lässt einem ja vielleicht auch so manches vergessen…?
Auf dem ersten ausgetrocknetem Salzsee, auf den man ca.
5km nach den ersten 10 km dahinfuhr um dann wieder in den Sand einzutauchen,
stiegen wir aus um -sicherheitshalber- mal ums Auto zu schauen. Beim Aussteigen
flog uns unsere Eintrittskarte für den Park davon. Mam und ich rannten dem
Zettel im Zickzack über den Salzsee nach, bewiesen super Reaktionsfähigkeiten und
flinke Beine. (Hätte uns jemand gesehen, hätte er bestimmt die Männer von der
NASA gerufen wegen versuchter Kontaktaufnahme mit Außerirdischen) Als wir den
Zettel gefangen hatten und zum Auto zurückgingen hörten wir den Pap schon
Sachen wie :“ Scheiße! Wir ham a Problem!“ und „Des is jetz bläd!“ sagen. Eine
Autorundtour zeigte uns das Wüstendilemma:
ein zerfetzter Reifen!
„Ach, des war des vorher, wos so gschäbert hod!“
Und wie das immer so ist, natürlich genau in der
Mittagshitze, heißt jenseits von 40°!!! Punkt 12 Uhr und der Reifen gibt den
Geist auf. Aber ob heiß oder nicht, es
kühlt ja so und so nicht ab, wir wechseln jetzt schnell den Reifen. Mam und ich
machten uns daran den Ersatzreifen abzumontieren, während der Pap den
Wagenheber platzierte und das alte Rad abnahm.
Letzteres gestaltete sich allerdings etwas schwieriger…
Grande Problema N° II! Der
Wagenheber war zu klein. Wir brachten den alten Reifen zwar gerade so runter
aber den neuen drauf zu setzen war undenkbar! Also gut, dann warten wir eben
bis jemand kommt…
Wir warteten und warteten und warteten…
Schatten? Fällt aus wegen Wüste!
Im hinteren unseres Autos herrschte ebenfalls Chaos. Die
Straßenbeschaffenheit war wohl auch für unser „Outback-Car“ nicht die Beste.
Nach gut einer Stunde kam dann endlich ein Auto. Die 2
Männer kamen gleich mit ihrem Wagenheber raus und halfen uns. Gleich im
Anschluss kamen 2 weitere, die auch stehenblieben und uns ihren Wagenheber
anboten. Erleichtert über die Wagenheberauswahl klappte dann auch das Montieren
des Ersatzrades und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Die restlichen 50 km
zogen sich beinahe ins Unendliche. Um ca. 15Uhr kamen wir, mittlerweile
Adrenalinjunkies, an der Station an, an der man den Reifendruck ablassen und
angeblich auch aufblasen konnte. Reifen aufblasen aber nur angeblich, als wir
dort ankamen nämlich nicht. Also fuhren wir mit halben Reifendruck noch zurück
in die Stadt (ca. 15 min) und dort zur ersten Tankstelle. Nachdem wir noch
gleich einen neuen Reifen gekauft hatten, sind wir in unsere Campsite und haben
als erstes hinten im Auto general saniert. Dabei flog mir dann auch noch ein
Holzbrett auf den Kopf – sprich: es war genau der Tag um das Jahr ausklingen zu
lassen!
Am 01. Januar 2015 fuhren wir dann nach Carnavon, ein Ort
noch weiter nördlich. Am Abend schmiedeten wir unsere Pläne für die nächsten
Tage. Voller Elan und Tatendrang ging es am 2. Januar vom Campingplatz Richtung
Town Center als unser Auto nach ein bisschen Knattern beschloss stehen zu
bleiben. Da war sie also Panne Nummer 3…
Pap:“ Wos is jetz
los?!“
Ich: „Der hod jetz voi grattert!“
Pap:“ Ja… und jetz is er aus!“
Das Auto war aus und gab nichts mehr von sich. Gott sei
Dank waren wir noch in zivilisierter Gegend! Also liefen wir schnell zur
nahegelegenen Tankstelle, riefen bei der Autovermietung an und warteten
daraufhin auf den Abschleppwagen. Nach einer Stunde, zwischendrin halfen uns
zwei junge, gutaussehende Cops ( ;-) ) das Auto von der Straße weg zu schieben,
kam dann der Abschlepper, der uns zu einem nahegelegenen Campingplatz fuhr.
Dort standen wir dann, aufgrund
Feiertage und Sonntage, bis zum 5. Januar, bis uns ein neues Auto gebracht
wurde. Das Alte war schlecht gewartet worden, wodurch es zu einem verstopften
Ölfilter kam… also uns traf keine Schuld!
Naja, nach dieser Zwangspause fuhren wir am Montag dann
zur Kennedy Ranch und übernachteten an der Gascoyne Junction. Dort, im
Landesinneren war es mit 47° im Schatten ganz schön warm. Aber die Landschaft
war sehr beeindruckend. Am Abend hatten wir um uns herum überall richtige
Wärmegewitter und einzigartige Stimmung!
| Kennedy Range |
Von dort aus fuhren wir dann zu den Blowholes im
Nordosten von Carnavon und übernachteten
im Quobba Homestead, ein sehr origineller Campingplatz direkt am Meer.
Wir hatten einen Strand vor der Tür mit Abermillionen Muscheln, Seeigeln,
Seegurken, Austern und vieles mehr. Zum Baden war der Strand nichts aber zum
Spazierengehen traumhaft!
Heute fuhren wir bis nach Exmouth und übernachten auf
einem Campingplatz nahe des Ningaloo Reefs… mal schauen was uns hier erwartet!
Hoffentlich keine Panne Nummer 4!
Und bevor ich es vergesse wünsche ich Euch allen ein
gutes, gesundes neues Jahr 2015!
Auf ein aufregendes, erlebnisreiches, glückliches und
gesundes Jahr!
Ich hoffe Ihr habt alle schön gefeiert und habt sämtliche
Feiertage gut überstanden=)
Und natürlich vielen Dank an Euch alle, dass ihr meine
Erlebnisse so zahlreich verfolgt!
Eure Christina
PS: An Weihnachten wurden wir 3 zu einer australischen
Familie eingeladen! Es war total genial… wenn auch komplett anders zu unserem
Weihnachten, wars ein Erlebnis, sehr interessant und die Leute sehr
freundlich=)
Sozusagen ein original Aussie-Christmas!
Am Sylvesterabend saßen wir mit einem Ehepaar aus London
und mit einem aus Melbourne zusammen. Auch das war sehr lustig, interessant und
eine Erfahrung wert=)
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